Montag, 20. Februar 2012

Erster Tag, 20.02.

Am ersten Tag unserer Exkursion verliessen wir gegen 8 Uhr unser Hotel in Jaffa und fuhren mit dem Bus an das Academic Center for Law & Business, an dessen "winter program" wir teilnehmen. Die private Hochschule befindet sich Ramat Gan, einer Grossstadt in der unmittelbaren Naehe zu Tel Aviv. Nach der Ankunft versammelten sich neben den TeilnehmerInnen aus Mainz und Kassel auch StudentInnen aus China und israelische StudentInnen des academic centers in einem Hoersaal. Zunaechst ergriff Alfred Wittstock, Leiter der Studienstelle Israel an der Uni Mainz, das Wort. In einem halbsteundigen Vortrag praesentierte Herr Wittstock zu erst grundlegende Fakten ueber den Staat Israel und skizzierte auf dieser Grundlage zentrale Konfliktlinien des Nah-Ost-Konflikts, sowie der inner-israelichen Spannungen. Nach der Begreussung durch Herrn Wittstock war uns Studierenden die Zeit gegeben die Umgebung des Centers zu erkunden und bei dieser Gelegenheit zu Mittag zu essen. Im Anschluss daran ging es zureuck in den Hoersaal um Prof. Gerd-Michael Hellstern zu hoeren, der im Rahmen des winter programs eine Vorlesungseihe ueber Forschungsmethoden der Wirtschaftswissenschaften eroeffnete. Als letzten offiziellen Punkt auf der Tagesordnung stand ein Treffen mit Sandra De Waele, die in leitender Position der Vertretung der Europaeische Union in Israel angehoert. Sie referrierte ueber ihre Aufgaben und die Moeglichkeiten der EU auf die Geschehnisse in der Region Einfluss zu nehmen. Dank ihrer offenen und eloquenten Vortragsweise feuhrten ihre interessanten und sachkundigen Ausfeuhrungen zu einer regen Diskussion. Das Treffen mit ihr rundete den guten ersten Eindruck vom winter program und der Hochschule ab. Im besonderen der Empfang durch die israelischen StudentInnen war bisweilen ueberschwenglich und von grosser Freundlichkeit und gegenseitigem Interesse gepraegt. Schon realtiv bald wurden gemeinsame Plaene feur den Abend geschmiedet.

Sonntag, 19. Februar 2012

Shalom Israel.....

Jetzt geht's los: Treffpunkt ist der Flughafen Frankfurt, von wo aus wir mit der israelischen Fluglinie El Al (hebräisch für ''hoch hinaus'') unsere Reise starten. El-Al ist die einzige Fluggesellschaft mit besonders erhöhten Sicherheitsstandards, die sich an der Tatsache, dass alle Piloten ehemalige Militärpiloten sind, zeigen. Außerdem wird an Sabbat nicht geflogen. Passagieren bei El Al wird empfohlen sich drei Stunden vor Abflug beim Check-in einzufinden, der von Sicherheitskräften in Zivilbekleidung und bewaffneten Polizisten überwacht wird. Wer dachte, wir würden jetzt einfach zum Schalter laufen und unsere Koffer aufgeben, hatte weit gefehlt. Vor den Schaltern stand eine Reihe von fünf oder sechs El Al Mitarbeitern, zu denen man in Zweiergruppen gebeten wurde, um einige Fragen zu beantworten: "Wo kommen Sie her? Was machen sie hier? Wo möchten sie hin? Warum möchten sie nach Israel? Kennen sie irgendwelche Israelis? Wie lautet der Name des Gruppenleiters? Wer hat ihren Koffer gepackt?"... und noch ein paar weitere. Jedoch wurde uns gegenüber immer wieder höfflich erwähnt, dass diese Fragen nur der Sicherheit dienen und nicht persönlich gemeint sind! Nachdem wir diese Hürde und auch die etwas strengeren Sicherheitskontrollen hinter uns hatten stand einem entspannten Flug nichts mehr im Weg. Der Flug dauerte ungefähr 4 Stunden und an Board konnten wir uns mithilfe von Humus schon einmal geschmacklich auf die nächsten zwei Wochen einstellen. An Bord wird ausschließlich koscheres, d.h. im Einklang mit den jüdischen Speisevorschriften zubereitetes, Essen serviert. Am Ben-Gurion Flughafen in Tel-Aviv angekommen wurden wir wieder kurz befragt und durften dann unsere Koffer in Empfang nehmen, von denen zum Glück alle angekommen waren. Auf dem Weg zum Hotel sind wir an einigen großen Fußballstadien vorbei gekommen und uns wurde erzählt, dass die Israelis Fußball verrückt seien, sich jedoch bisher erst einmal fuer die Fußball Weltmeisterschaft qualifizieren konnten (1970). Damals gelang es Israel genau ein Tor zu schissen und der Torschütze ist bis heute ein Held, dem sogar ein Denkmal gebaut wurde. Die normalen Ligen scheint es aber nicht zu lohnen anzuschauen, es sei denn man suche einen Grund zum Weinen. Darüber hinaus wurden wir noch vor den israelischen Taxifahren gewarnt, die sehr kreativ sind bei der Suche nach Gründen dass Taxometer nicht einzuschalten: "Mein Taxi ist solarbetrieben und heute war es so wolkig". Bei unsere Unterkunft Ruth Daniel angekommen, sind wir noch einmal los um die Altstadt von Jaffa (Yaffo) zu erkunden. Ursprünglich eine eigene Stadt, ist dies mittlerweile ein arabisch geprägter Stadtteil von Tel Aviv mit kleinen Gassen, die nachts alle in gelbes Licht getaucht sind. Für unsere erste Mahlzeit haben wir ein nettes Lokal gefunden, in dem wir wirklich landestypisches probieren konnten. Zurück im Hotel sind wir in unsere Betten gefallen. Todmüde, aber voller Vorfreude auf die nächsten zwei Wochen!

Freitag, 17. Februar 2012

Programm der Studienfahrt


Sonntag, 19.02
·          Ankunft 

Montag, 20.02
·         Begrüßung am CLB
·          Vortrag Herr Wittstock (Einführung: Israel)
·          Vortrag Prof. Hellstern (Research Methods)
·          Treffen mit Sandra De Waele (Europäische Union)

Dienstag, 21.02
·          Vortrag Professor Hellstern (Research Methods)
·          Gespräch mit Grisha Alroi (Israelisch-Deutsche Handelskammer)
·          Vortrag Prof. Meir Litvak (Hamas and Hizbollah)
·          Besuch bei israelischen Start-Ups (Payoneer)


Mittwoch, 22.02
·          Vortrag Professor Hellstern (Research Methods)
·          Vortrag Amiram Gil (Corporate Social Responsibility in Israel)
·          "Field Research" (Besuch von Kunstgalerien)
·          Gespräch mit Avi Primor (ehemaligen israelischen Botschafter in Deutschland)


Donnerstag, 23.02
·          Vortrag Professor Hellstern (Research Methods)
·          Vortrag Dr. Ofer Sitbon (Soziale Proteste in Israel)
·          Vortrag Prof. David Menashri (Israel, Iran and the Middle East)
·          "Field Research"

Freitag, 24.02
·          Fahrt nach Nazareths mit der Verkündigungsbasilika
·          Fahrt nach Safed
·          Fahrt zum Hostel „Carre Deshe“ am See Genezareth

Samstag, 25.02
·          Besuch des Klosters Tabgha nahe der Brotvermehrungskirche
·          Besuch der Drusenstadt „Magdal Shams“
·          Fahrt zu den Golananhöhen
·          Gepsärch mit Joop de Jong vom Kibbutz „Marom Golan“
·          Ausflug zu „Hamat Gader“ (heiße Quellen an der Grenze zu Jordanien)

Sonntag, 26.02
·          Fahrt nach Rosh Hanikra (Grenze zum Libanon)
·         Besichtigung der Altstadt von Akko (UNESCO Weltkulturerbe)
·          Gespräche an der Universität von Haifa
·          Gespräch im Rathaus von Haifa
·          Besuch der Bahai-Gärten in Haifa
·          Fahrt nach Tel Aviv

Montag, 27.02
·          Vortrag Professor Hellstern (Research Methods)
·          Vortrag eines israelisch-arabischen Studenten (CLB)
·          Creative Energy Tour, tel Aviv
·          Gespräch bei der Heinrich-Böll Stiftung

Dienstag, 28.02
·          Vortrag General Ben Elyahu ("Is there a military option against Iran")
·          Gespräch bei der Friedrich-Ebert Stiftung
·          Musical Chicago

Mittwoch, 29.02
·          Vortrag Professor Hellstern (Research Methods)
·          Besuch der Deutschen Botschaft in Israel
·          Verabschiedung und Vergabe der Zertifikae(CLB)
·          „Old Jaffa“-Tour
·          Abendessen im „Dr. Shakshouka“ und dann Abschiedsfeier

Donnerstag, 01.03
·          Fahrt nach Jerusalem
·          Besuch der Knesset und Gespräch mit Parlamentariern
·          Yad Vashem
·          Gespräch mit Konrad Adenauer Stiftung 
·          Gespräch mit  David Witzthum (israelischer Reporter)
·          Besuch bei dem Auslandskorrespondenten Ulrich Sahm

Freitag, 02.03
·          Fahrt in die Wüste Negev und zum Toten Meer
·          Besuch der Klagemauer in Jerusalem
·          Schabbat Abendessen im Hostel

Samstag, 03.03
·          Fahrt nach Ramallah
·          Gespräch mit Mahmoud Labadi (Foreign Relations Council, Fatah)
·          Besuch bei der Heinrich-Böll Stiftung in Ramallah
·          Fahrt nach Jerusalem
·          Führung durch die Jerusalemer Altstadt

Sonntag, 04.03
Rückreise nach Deutschland

Dienstag, 14. Februar 2012

Vorbereitung der Israelfahrt



Vor unserer gemeinsamen Israelreise zwischen dem 19. Februar und 04. März 2012 hatten wir drei Treffen um uns auf die Fahrt vorzubereiten. Dabei besprachen wir nicht nur Formalitäten, wie Flug und Reisebedingungen, sondern lernten auch einiges über die Geschichte und Kultur Israels kennen. In diesem kurzen Bericht möchte ich zuerst auf die Formalitäten eingehen, dann unser Programm kurz vorstellen und danach eine kurze Übersicht über die Referate geben.

Bei einer Reise in das außereuropäische Israel mussten wir natürlich auch einige wichtige Dinge im Hinterkopf behalten. Statt des Personalausweises können wir nur mit einem Reisepass nach Israel einreisen. Zudem setzten wir uns sorgfältig mit den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes auseinander (http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Laenderinformationen/00-SiHi/IsraelSicherheit.html).
Zudem sollten alle Teilnehmer_innen eine gültige Unfall- und Krankenversicherung und eine Reiserücktrittsversicherung abschließen.
Informationen wie die Flugzeiten und die Treffpunkte wurden natürlich auch besprochen.

Im Verlauf der Treffen wurde uns auch das vorläufige Programm unserer Reise vorgestellt. Die zwei Wochen werden wir hauptsächlich in Tel Aviv verbringen. Die Wochenenden, zu Bedenken ist, dass der Schabbat Freitags beginnt, werden wir auch Fahrten in Regionen wie die Golanhöhen, Nazareth, Haifa, Ramallah oder auch Jerusalem machen. Gerade auch die Fahrt in die Stadt Ramallah, in der sich Teile der palestinänsischen Regierung befinden, waren viele Teilnehmer_innen gespannt. Die Besuche in Haifa gelten dort vor allem der Universität, des Rathauses und einer allgemeinen Stadterkundung. In Jerusalem stehen der Knesset, das israelische Parlament, Yad Vashem, die größte Holocaustgedenkstätte der Welt und die Altstadt auf dem Programm. Unter der Woche haben wir ein festen Tagesablauf, der vormittags in dem Academic Center for Law and Business in Ramat Gan stattfindet. Dort werden wir unterschiedliche Veranstaltungen des Colleges besuchen. Nachmittags stehen unterschiedliche Vorträge und Diskussionen zu Israel-bezogenen Themen statt. Hier sollen kurz die Vorträge und Referent_innen genannt werden: Am Montag den 20.02. werden wir von Herrn OStR Wittstock in das Thema „Israel Current Affairs“ eingeführt und treffen uns im Anschluss mit Sandra De Waele, einer Vertreterin der EU in Israel. Am nächsten Tag werden wir einen Vortrag über „Hammas und Hizbollah“ von Prof. Meir Litvak und ein Treffen mit jungen israelischen Unternehmer_innen haben. Ein Treffen mit Avi Primor, dem ehemaligen israelischen Botschafter in Deutschland ist in den darauffolgenden Tagen geplant. Am Donnerstag werden wir mit General Ben Elyahu über das hoch aktuelle Thema „Is there a military option against Iran“ diskutieren. In der folgenden Woche werden wir eine Stadtführung durch Tel Aviv und mehrere Treffen mit deutschen Stiftungen, wie der Heinrich Böll-Stiftung, der Friedrich Ebert-Stiftung und der Konrad Adenauer-Stiftung haben. Im Rahmen des Besuches der Konrad Adenauer-Stiftung werden wir den deutschen Journalisten Ulrich W. Sahm und den israelischen Journalisten David Witzthum treffen. Zudem werden wir am Mittwoch den 29. Februar ein Treffen in der deutschen Botschaft haben.

Nach der Besprechung des Programms wurde uns aufgetragen Kurzbiografien der Referent_innen zu lesen um besser über die Person und das Thema vorbereitet zu sein.

Als eigenen Beitrag, neben der Blogeinträge, zu der Reise hielten alle Teilnehmer_innen Referate über unterschiedliche kulturelle, religiöse aber auch politische Themen, die mit Israel in Verbindung stehen. Dabei wurden diese Themen behandelt und diskutiert: Deutsch-israelische Beziehungen, Jekkes in Israel, Yad Vashem, Jerusalem – Mythos, Traum Albtraum, Altstadt Jerusalem - Religiöse Vielfalt, Israelische Araber/ arabische Israelis, Israel: jüdisch-demokratisch, Israelische Wirtschaft heute, Kibbuzim, Stadt und Umfeld Haifa, Massada-Mythos/ Bedeutung für Israel, Wasserproblematik in Israel und Antisemitismus – Antizionismus.
Durch die Referate sollten alle Teilnehmer_innen ein erstes Grundwissen über Israel erfahren. Zudem wurden uns Bücher wie beispielsweise von Batya Gur und Amos Oz und Publikationen der Bundeszentrale für politische Bildung empfohlen.